Legende Emil Haamann war zu Besuch

05.10.2021 10:34

Auch Emil Haamann war, wie zwei Wochen zuvor Jürgen Heinle, ein Glücksbringer, als er am 3.Oktober 2021 das Spiel des TSV gegen SV Salamander Kornwestheim II besuchte. Emil Haamann, geboren am 23.Juni 1938, ist eine lebende Legende des TSV Grünbühl, und es war für mich persönlich, der ich seit vielen Jahren Chronist des Vereins bin, eine Riesenehre ihm die Hand zu schütteln und einen kurzen Plausch abzuhalten. Ihm, über den ich schon viel geschrieben hatte, ihm aber nie in Persona begegnet war. Emil Haamann stieg in der Saison 1956/57, noch im A-Jugendalter, ins Geschehen der ersten Fußballmannschaft ein. Und, was besonders bemerkenswert ist, am Ende der Saison war er, der jüngste im Team, der einzige, der alle Spiele mitgemacht hatte. Mit Sicherheit war er also ein großes Talent. Auswechslungen gab's damals übrigens noch nicht. Gekrönt wurde das Ganze mit dem ersten Aufstieg in der Vereinsgeschichte, 1957 nach einem 5:0 beim TSV Affalterbach am letzten Spieltag. 1958 und 1959 war er an den ersten beiden Stadtpokalturnieren beteiligt, die beide vom TSV Grünbühl gewonnen wurden.

Ein ganz besonderer, und wohl nie mehr wiederholter, Tag war der 7.Mai 1961, als drei Haamann-Brüder, neben Emil noch Adolf und der 18-jährige Horst gegen Unterriexingen gemeinsam aufliefen.

In der Saison 1963/64 fiel Emil Haamann lange Zeit aus und fehlte zum Beispiel beim Endspiel um den C-Klassenpokalsieg am 28.Mai 1964 in Markgröningen gegen den TSV Heimerdingen, das der TSV mit 4:1 gewann. Auch beim nun möglich gewordenen Spiel gegen den B-Klassenpokalsieger SV Derdingen (später Oberderdingen) war er nicht dabei. Dieses wurde in Unterriexingen 5:4 nach Verlängerung gewonnen. Mit diesem Sieg stand der TSV Grünbühl als C-Klassenmannschaft im Endspiel um den Bezirkspokalsieg gegen den A-Klassensieger und Vizemeister SpVgg Besigheim in Beihingen, das der TSV unglücklich mit 0:1 verlor. Hier war Emil Haamann wieder dabei. Nach dieser großartigen Leistung gab es 6 Trainerbewerbungen beim TSV Grünbühl. Einen solchen konnte sich der TSV aber damals finanziell noch nicht leisten.

Emil Haamann machte 300 Spiele und erzielte 146 Tore für den TSV Grünbühl, ehe er 1971 seine aktive Karriere beendete. Auch am Aufstieg 1969 war er beteiligt. Dem Vernehmen nach lebte Emil Haamann danach lange Zeit in Kanada. Seinen Lebensabend verbringt er im bayerischen Hof a.d. Saale im Fichtelgebirge.

Wir sehen nachfolgend Auszüge aus der Chronik des TSV Grünbühl und Bilder vom vergangenen Sonntag, eines mit seinem Sohn Andreas Haamann, eines mit unserem Horst "Schober" Graef, dem Vater seiner Schwiegertochter Jutta Haamann (nennt man im schwäbischen wohl "Gegenschwieger"), und eines mit 4 Generationen Haamännern (für dieses Foto Dank an Nico Haamann).

                 

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Aktualisierung:13.06.2024