Beauftragter für Integration und Migration
Seit der Jahreshauptversammlung am 11.März 2011 hat der TSV offiziell einen "Beauftragten für Integration und Migration". Er war schon vor seiner Inamtsetzung aktiv.
Es ist Savas Eroglu, langjähriger Spieler des TSV Grünbühl. Er ist Lehramts-Student und wird in Bälde u.a. in Mathematik unterrichten. Savas beschreibt weiter unten in eigenen Worten sein Konzept, und wie es dazu gekommen ist. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV Grünbühl am 11. März wurde er offiziell in das Amt gewählt, und äußerte sich auch zu dem, was er bisher bereits erreicht hat. Zusammen mit der Jugendleitung hat er die existierenden Konzepte des DFB bezüglich Integration durchgesprochen. Da diese zu allgemein formuliert sind, hat man sich auf ein Vorgehen geeinigt, das speziell auf den TSV zugeschnitten ist. Es wurden bis dato ausgeteilte Fragebogen bei der E- und C-Jugend ausgewertet und anschliessend diskutiert. Es ging vor allem darum, was die Jugendlichen persönlich unter Integration verstehen und wie sie mit ihren Kameraden mit Migrationshintergrund auskommen. Savas Eroglu vertrat vor der Jahreshauptversammlung die Ansicht, dass rein ausländische Vereine für ihn ein Widerspruch in Bezug auf Integration sind. Die wichtigsten Punkte, um sich zu integrieren, sind laut ihm zu allererst das Erlernen der deutschen Sprache, und gleich anschließend die erfolgreiche Teilnahme an unserem Bildungssystem. Die Jahreshauptversammlung des TSV nahm diese Worte mit großem Beifall auf. Man ist offenbar davon überzeugt, dass dies' auf jeden Fall der richtige Ansatz ist. Savas Eroglu ist allerdings auch der Überzeugung, dass das Beherrschung der eigenen Muttersprache und die Nichtloslösung von der eigenen Kultur genauso wichtig sind. Integration ist für ihn auf keinen Fall mit totaler Angleichung gleichzusetzen. Der TSV Grünbühl ist seit Jahren ein Verein, bei dem sich nicht wenige Sportler mit Migrationshintergrund, vor allem im Bereich der Herrenmannschaften, und im Jugendtrainerbereich, vorbildlich integriert haben.
Integrationskonzept des TSV Grünbühl
Der Integrationsbeauftragte des TSV Grünbühl beschreibt nachfolgend das Konzept beim TSV Grünbühl. Integration ist dem TSV Grünbühl sehr wichtig. Ziel ist, dass ausländische Vereinsmitglieder, vor allem im Jugendbereich, sich aktiv mit einbringen und am Vereinsleben teilnehmen, anstatt sich kulturell abzuspalten.
Hier nun Savas
Eroglu mit eigenen Worten:
"Im Juni 2010
ist der Präsident des TSV Grünbühl, Kurt Kriegisch an mich
heran getreten und hat mir von der Idee eines Integrationsbeauftragten
für die Jugend des TSV erzählt. Er war der Meinung, ich sei der
ideale Mann dafür. Anfangs musste ich ihm aus Zeitgründen absagen.
Allerdings ließ Kurt Kriegisch nicht locker und konnte mich schlussendlich
für dieses Projekt gewinnen. Denn auch ich sehe die Notwendigkeit
und Wichtigkeit der Sache an.
Im August 2010 nahmen wir an einem Projekt der Stadt Ludwigsburg teil. Allerdings wurde schnell klar, dass dieses Projekt sich nur schwer auf unseren eher kleinen, familiären Verein übertragen lässt. Da es natürlich kaum Konzepte gibt, die zu uns - dem TSV Grünbühl - passen, haben wir gemeinsam mit den Jugendleitern Daniel Zieba und Andreas Orzechowski beschlossen, ein eigenes Konzept zu entwickeln. Wie? Wissen wir auch noch nicht genau ! Aber wir wollen es schaffen durch die Erfahrung und die Praxis einen passenden Deckel für unseren Topf zu finden.
So haben wir begonnen, einen Spieler-Fragebogen zu erstellen, der einige, für uns wertvolle Informationen von den Spielern / Jugendlichen erfassen soll. Im November 2010 haben wir dann ein offenes Gespräch jeweils mit Spielern der B- und C-Jugend durchgeführt. In diesem Gespräch ging es darum, den Jugendlichen den Begriff Integration, die Wichtigkeit für das Sprechen der deutschen Sprache, aber auch insbesondere die erfolgreiche Teilnahme am deutschen Bildungssystem nahe zu bringen. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass wir sehr erfreut waren, wie interessiert und engagiert sich die Jugendlichen eingebracht haben. Die Spieler hatten auch die Möglichkeit ihre Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen. Und natürlich habe ich den Jugendlichen von meinen Vorstellungen und Erfahrungen berichtet.
Im weiteren Verlauf werden wir nun diese Fragebögen auswerten, um danach spezifischer auf die Jugendlichen / Spieler eingehen, und weitere "Aktionen" planen zu können. Ziel wird es für uns sein, in Zukunft häufiger mit den Jugendlichen in Dialog zu treten und ihnen mit Rat und Tat, auch neben dem Platz, zur Seite zu stehen.
Ihr seht also, die ersten Schritte sind getan. Weitere werden folgen. Derzeit prüfen wir u. a. inwieweit man beispielweise Ergebnisse der PISA-Studie in unser Projekt mit einfließen lassen kann. Doch wir werden unsere Vorstellungen konkretisieren um das ganze griffig zu gestalten.
Das war´s vorerst von uns.
Mit sportlichen
und gesellschaftlichen Grüßen
Savas Eroglu
Integrationsbeauftragter des TSV Grünbühl