Wir waren in der Mercedes Benz Arena

Im ersten Durchgang machte der VfB noch gut Druck

Es war sicherlich ein netter Zug des VfB Stuttgart zum DFB Pokalspiel am 26. Oktober 2011 gegen den FSV Frankfurt den württembergischen Vereinen Sitzplätze zum Preis von 10,- EUR anzubieten. Hierdurch kamen immerhin etwas mehr als 18.000 Zuschauer in die Arena. Von den 50 Grünbühlern (inkl. ein paar Gästen) werden jedoch die wenigsten motiviert sein, sich noch einmal ein Spiel, zumindest nicht zum normalen Eintrittspreis, anzusehen. In der zweiten Halbzeit spielte der VfB Stuttgart, ausgerechnet in Richtung "unserer" Seite, unterirdisch schlecht, während die in der ersten Halbzeit harmlosen Frankfurter in Richtung VfB-Fanblock eine Torchance nach der anderen hatten, aber keine nutzen konnten. Erst kurz vor Schluß gab es ein Highlight beim VfB, der beinahe Standfussball spielte, als Traore das 3:0 machte. Unter den alles in allem harmlosen FSV-Fans in unserer direkten Nachbarschaft war einer dabei, der seinen Frust über dieses, zugegeben unverdiente, 3:0 an uns Grünbühlern auslassen zu müssen glaubte, und einen Bierbecher herüberwarf. Als er dann auch noch über den Zaun klettern wollte, kamen einige Sicherheitskräfte und hinderten ihn daran. So nicht ! Die Sorge bezüglich An- und Abreise aufgrund des Streiks bei der SSB (Busse und Stadtbahnen) blieb unbegründet, denn es fuhren S-Bahnen im 5-Minuten-Takt.

Freundschaft E-Jugend / Aktive - Ausflug nach Polen

Schlafen im Bus
zu sehr später Stunde: Aktive und E-Jugendliche friedlich vereint

Pünktlich gegen 21 Uhr ging’s am Mittwoch, den 15. Juni 2011 in Grünbühl los in Richtung Polen. Die Busfahrer Sascha und Volker hatten knapp 800 Kilometer vor sich. Abteilungsleiter Bernd Klostermann hatte für jeden Mitreisenden ein Vesper-Paket gerichtet und für seine Fußballer (16 Spieler und 5 Trainer/Betreuer) die passenden Getränke. Bedingt durch das schöne Wetter und die trockene Luft im hinteren Busbereich legten die Aktiven einen enormen Durst an den Tag, der den Getränke-Vorrat in beängstigender Geschwindigkeit schrumpfen ließ. Nach 12 Stunden abwechslungsreicher Fahrt (z.B. mit einem kläglich gescheiterten Liegestütz-Rekordversuch) wurde das Hotel Pod Szyszkami (deutsch: unter den Tannenzapfen), direkt am Ortseingang von Krotoszyn gelegen, angesteuert.

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Zeitvertreib
Zeitvertreib nach nächtlicher Busfahrt und noch nicht freiem Hotelzimmer

Die Stadt Krotoszyn hat knapp 30.000 Einwohner, im Kreis Krotoszyn leben aber immerhin knapp 80.000 Menschen. Krotoszyn liegt ca. 30 Kilometer von Breslau und ca. 80 von Posen entfernt.  Nach der anstrengenden Nacht mit sehr wenig Schlaf musste man leider ca. 3 Stunden warten, bis die Hotelzimmer bezogen werden konnten. So vertrieb sich jeder die Zeit auf seine Art. Die 10 E-Jugend-Spieler und ihre 5 Betreuer wurden in ihre Unterkunft, in einer Grundschule, gebracht. Hier nächtigte man auf bequemen Gymnastik-Matratzen in einer kleinen Turnhalle. In der Mensa der Schule sollte dann auch das Frühstück und das Abendessen serviert werden.

Offizieller Empfang

BK wird in Krotoszyn begrüsst
Bernd Klostermann wird vom Landrat des Kreises Krotoszyn offiziell begrüsst

Für 14.30 Uhr war kurzfristig ein offizieller Rathaus-Empfang beim „Starosta Krotoszynki“, beim Landrat Leszek Kulka einberaumt. Der TSV Grünbühl war mit einer 7-köpfigen Delegation (Chef-Übersetzer Rafal Dudziak, Fußball - Abteilungsleiter Bernd Klostermann mit seinen beiden Trainern Karl Macionczyk und Berislav Vidackovic, die Jugendleiter Daniel Zieba und Andreas Orzechowski und E-Jugend-Trainer Peter Klostermann) bestens vertreten. Überrascht von diesem offiziellen Termin, den die Organisatoren des E-Jugend-Turniers, Leszek und Waldec, vereinbarten, überreichte BK dem Landrat kurzerhand einen großen grün-weißen TSV-Wimpel.Bei dem 1-stündigen Meeting bei leckerem Eis, Kaffee und Gebäck erklärte der Landrat, dass Krotoszyn gerne eine feste freundschaftliche Beziehung zu Ludwigsburg ins Leben rufen würde. Mit Internet-Auszügen war er bestens informiert über die Stadt Ludwigsburg. Landrat Kulka überreichte noch jedem von unserer Delegation ein sehr schönes Buch über die Geschichte Krotoszyns und seiner Umgebung.

E-Jugend setzt eine Grünbühler Duftmarke

Vom Rathaus zurück, ging’s gleich ins Stadion von ASTRA Krotoszyn:
Hier „überrollte“ unsere E-Jugend die nur körperlich überlegene Mannschaft von ASTRA klar mit 4:1. Wir sehen unten die Tribüne im Stadion, ein Mannschaftsbild mit "RUN DMC - Fan" und den synchron laufenden Klostermann-Nachwuchs Tim und Simon.

Elfmetertöter Piotr sichert Grünbühler Sieg

Elfmetertöter Piotr
Elfmetertöter Piotr wie einst zu Bezirkspokalzeiten

Vor dem Spiel der beiden I. Mannschaften verteilten die Grünbühler Spieler die eigens für den Ausflug kreierten T-Shirts an ihre Gegenspieler. ASTRA Krotoszyn, immerhin in der 4.Liga Polens spielend, zwar etwas ersatzgeschwächt, war das agilere Team. Die klar besseren Torchancen erspielten sich aber die Grün-Weißen, die schließlich auch nicht in Bestbesetzung antreten konnten und durch die vorherige Nacht enorm geschwächt waren. Unser ehemaliger Torhüter, Piotr Zdziebkowski, der wie Rafal Dudziak aus Krotoszyn stammt, konnte sein Tor in der 1.Hälfte sauberhalten. ASTRA kam mit der einzigen Torchance zur 1:0-Pausenführung. Zur 2.Hälfte wechselte Piotr ins Tor des TSV und konnte auch dieses erfolgreich verteidigen. Trotz klarster Torchancen für den TSV gelang lediglich Andi Orzechowski mit einem sehenswerten Schuss in den linken oberen Torwinkel ein Treffer. Nach 90 Minuten hieß es nach einem den Umständen entsprechenden sehr ordentlichen Spiel 1:1, und es kam zum Elfmeterschiessen. Wie einst in Grünbühl, war Piotr wieder der Matchwinner beim Elfmeterschiessen: Er parierte 2 Strafstöße und sicherte dem TSV den Sieg.

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Gemeinsames Mannschaftsbild TSV Grünbühl und AS Krotoszyn

Den Abend ließ man gemütlich im Garten des Hotels ausklingen, da man am nächsten Morgen schon wieder früh ´raus musste. 

E-Jugend lernt Grünbühler Fangesänge

Grünbühler Liedgut
Wir lernen Grünbühler Liedgut

Bereits um 8 Uhr fuhr unser Bus am Freitag-Morgen mit „Reiseführer“ Waldec in Richtung Posen. Auf der 2-stündigen Fahrt gab es musikalischen Unterricht für unsere E-Jugend. Karl, Andi, Daniel und Lucas brachten den wissbegierigen Jungs die Grünbühler Schlachtrufe und –gesänge bei. Die Jungs waren mit Feuereifer dabei und haben sehr schnell gelernt . . . !In Posen angekommen, wurde das für die EM 2012 total umgebaute Stadion besichtigt. In dem nun 44.000 Zuschauer fassenden reinen Fußballstadion tragen der Erstligist Lech Poznan und der Zweitligist WARTA ihre Heimspiele aus.

Nach einem Aufenthalt im Zentrum Posens, vorwiegend in den Freiluft-Cafes und –Restaurants rund um den schönen Marktplatz ging es zum Freizeitgelände MALTA. Rund um den dortigen See konnte man neben dem Rodeln auf der Sommerbahn auch verschiedene fahrbare Geräte ausleihen. Hierbei wurden die E-Jugend-Jungs ständig von den Aktiven chauffiert und hatten sichtlich ihren Spaß dabei. Auf der fröhlichen Rückfahrt nach Krotoszyn durfte unser Nachwuchs die neu gelernten Gesänge mehrmals zum Besten geben und erledigte dies mit Bravour. Für die "Großen" ging’s am Freitag-Abend in die hiesigen Diskotheken, in denen man sich mit den Gegenspielern vom Donnerstag verabredet hatte.

Beri
Er hat auch schon mal besser ausgesehen

TSV E-Jugend schlägt sich im Turnier wacker

Christian Bleile
Sonnyboy als Vertreter Grünbühls

Der Samstag stand ganz im Zeichen des E-Jugend-Turniers. Trotz der Absagen von Lech Posen und Slask Breslau war das Turnier gespickt mit Jugendmannschaften von polnischen 1. und 2.-Ligisten. Unsere Jungs begannen furios, führten im ersten Spiel zur Pause bereits mit 4:0 und fuhren am Ende mit 4:1 den ersten Sieg ein. Etwas gebeutelt von der kräftezehrenden Spielplangestaltung (die ersten drei Spiele über je 2x10 Minuten mussten mit jeweils einer Pause von nur 5 Minuten fast durchgespielt werden), musste man nach zwei Siegen gegen den Nachwuchs von Zweitligist WARTA Posen antreten. Im nun dritten Spiel in Folge brach unsere E-Jugend etwas ein und unterlag mit 0:5. Nach einer etwas längeren Pause (endlich) traf man auf den starken Nachwuchs von Erstligist Zaglebie Lubin. Nach einem schnellen 0:2-Rückstand kämpften sich unsere Jungs verbissen in die Partie zurück und führten kurz vor Spielende mit 3:2 ! Sehr unglücklich mussten die kleinen Grün-Weißen nach einem Eckball noch den 3:3-Ausgleich hinnehmen.

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Anweisungen der Jugendleitung
Letzte Anweisungen von der Jugendleitung - und es klappt prima

Im nächsten Spiel wurden unsere Jungs von der gesamten Aktiven-Truppe zum Sieg gepeitscht. Schon vor der Partie wurde der Schlachtruf gemeinsam von E-Jugend und I. Mannschaft ausgeführt, was bei den Einheimischen für großes Erstaunen sorgte. Nach dem 3. Sieg bei einem Unentschieden und einer Niederlage verpassten die TSV-Jungs gegenüber Zaglebie Lubin nur wegen des schlechteren Torverhältnisses den Einzug ins Halbfinale. So kam es im Spiel um Platz 5 zum „Freundschaftstreffen“ mit Gastgeber ASTRA Krotoszyn, denen man als guter Gast mit einem 2:4 den Vortritt ließ.

Grillabend, Geschenke, Mitternachtskick

Leszek beschenkt unsere Jungs

Am Abend waren diesmal Aktive und E-Jugend gemeinsam zum Grillabend eingeladen (der Grillplatz, siehe Foto unten rechts, machte einen sehr einladenden Eindruck). Dieser fand im sehr schönen Garten des hiesigen Gymnasiums statt. ASTRA’s Turnier-Organisator Leszek überreichte der TSV-E-Jugend und deren Betreuern kleine Geschenke. Die E-Jugend bedankte sich mit ihren neu gelernten TSV-Schlachtgesängen auf ihre Art. Das tollste für unsere E-Jugend: hier gab es ein hervorragendes Kunstrasenspielfeld mit E-Jugend-Tore. Nun ging es in gemischten Mannschaften zusammen mit der ersten TSV-Mannschaft unter Flutlicht richtig zur Sache (Foto unten Mitte). Der Schweiss floss in Strömen – nicht nur bei den E-Jugendlichen ! Wie am nächsten Tag von den E-Jugend-Betreuern zu hören war, gingen die Jungs trotz 120 Spielminuten beim Turnier nach Beendigung des Spiels beim Grillabend (ca. 21.30 Uhr) nach Eintreffen in ihrer Unterkunft sogleich auf den benachbarten Bolzplatz und kickten noch bis Mitternacht weiter !
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Nachtleben je nach Geschmack

Leszek, Karl, Leo und Bernd: keine Lust auf Disco

Die Aktiven ließen die Nacht vor der Heimreise wieder in der Disco ausklingen. Etwas gemütlicher ließ es ein Teil der Betreuer angehen. Sie saßen mit Organisator Leszek im Restaurant des Hotels zusammen. Nachdem am Sonntag vor der Abfahrt die restlichen Zloty auf den Kopf gehauen wurden und ein kleiner Supermarkt fast leer gekauft wurde (die Besitzerin soll sich seitdem in der Karibik aufhalten) ging es gegen 11 Uhr in Richtung Heimat. Die Heimreise war geprägt von vielen schlafenden Erwachsenen, von zwei um den Champions-League-Sieg in einer besonderen Disziplin kämpfenden Aktiven und von unermüdlichen E-Jugend-Spielern, die für eine 13-stündige Heimfahrt gesehen, sich trotzdem sehr anständig verhalten haben.

Unser aller Dank für einen außergewöhnlichen Ausflug geht an unsere Gastgeber Leszek, Waldec und Hubert, an unsere Busfahrer Sascha und Volker sowie vor allem an unseren Dolmetscher Rafal. Er hatte soviel zu übersetzen, dass er mit uns zeitweise polnisch und mit den Polen deutsch sprach. Beeindruckend war die polnische Gastfreundschaft und das wirklich tolle Miteinander zwischen erster Mannschaft und E-Jugend. Ich bin überzeugt, dass es so etwas nur in ganz, ganz wenigen Vereinen gibt. Der TSV Grünbühl kann auf beide Mannschaften mehr als stolz sein.

Und wie war der Ausflug ?

Bockstark
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Aktualisierung:06.04.2020